奈良市 – Nara war … (18. November)

… im 8. Jahrhundert die erste Hauptstadt des japanischen Reiches, liegt ca. 40km südöstlich von Kyoto und ist unter anderem mit diesem Zug …

Zug Kyoto-Nara

Zug Kyoto-Nara

… schnell erreicht. Daher war der Entschluß Nara zu besuchen und damit dem großstädtischen Trubel in Kyoto zu entfliehen schnell gefasst und in die Tat umgesetzt. Auch Nara ist mit über 300.000 Eunwohnern auch keine kleine Stadt, wird aber noch mehr als Kyoto von Parks und Tempelanlagen geprägt. Neben den menschlichen Einwohnern leben in Nara noch über 1000 Hirsche, eigentlich in den Parks, bewegen sich aber auch frei in deren Umgebung …

Hirsche in Nara

Hirsche in Nara

Hirsche in Nara

Hirsche in Nara

… und genießen dabei entsprechend Priorität. Auf dem Weg zu meinem Hauptziel in Nara liegen einige Anwesen, die möglicherweise dem Bild vom alten Japan entsprechen, dass in der westlichen Welt vorherrscht, das im heutigen Japan aber nur selten zu finden ist.

Anwesen in Nara

Anwesen in Nara

Mein Ziel und eine der Hauptattraktionen Naras ist der Tempel Tōdai-ji, bei dem es sich um das weltweit größte Gebäude, dass ausschließlich aus Holz gefertigt ist, handelt.

Tōdai-ji

Tōdai-ji

Das Gebäude stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Frühere Gebäude, deren Ursprünge im 8. Jahrhundert liegen, waren noch größer fielen aber Feuersbrünsten zum Opfer. Der Tempel ist knapp 50m hoch, bei einer Grundfläche von 57 x 50 Metern. Aus der Ferne wirkt er weniger gewaltig, aber ein Vergleich Mensch – Eingangstür macht die Größenverhältnisse klar.

Eingangstore am Tōdai-ji

Eingangstore am Tōdai-ji

Als ich am gewaltigen Portal ankomme, wird gerade die Ordnung in der Schale für Räucherstäbchen wiederhergestellt.

 

Wer sich gefragt hat, wozu so ein gewaltiger Bau, dem sei verraten, im Inneren befindet sich unter anderem die größte bronzene Buddhafigur der Welt, der den Buddha von Kamakura in der Höhe noch um 2 Meter übertrifft und das dreifache Gewicht auf die Waage bringt, nämlich 450 Tonnen. Der Tōdai-ji war der einzige Tempel, in dessen Inneren das fotografieren nicht untersagt war, also habe ich die Gelegenheit genutzt und den Daibutsu im Tōdai-ji …

der Daibutsu im Tōdai-ji

der Daibutsu im Tōdai-ji

… sowie eine nicht minder imposante hölzerne Statue …

 

… festgehalten. Der Legende nach wurden beim Bau der Anlage von 50.000 Zimmerleuten Holz von 40.000 Bäumen verarbeitet. An der Fertigung der Buddhafigur sollen 37.000 Schmiede beteiligt gewesen sein – auch wenn die Figur in Einzelteilen gefertigt und dann zusammengefügt wurde, erscheint mir diese Zahlenangabe doch sehr hoch. Wie auch immer, das Ergebnis ist ein sehr beeindruckendes.

In den Tempeln sieht man viele Japaner, die mit Pilgerbüchern unterwegs sind und diese an Ort und Stelle mit entsprechenden Einträgen versehen lassen, hier die Kalligraphie …

Eintrag ins Pilgerbuch

Eintrag ins Pilgerbuch

… die am Ende noch mit Stempeln versehen wird.

Außerhalb des Hauptgebäudes des Tempels sitzt dieser Geselle, genannt Arhat Pindola, der heilkräftig wirken soll – reibt man einen Teil der Figur, so werden Leiden am entsprechenden eigenen Körperteil gelindert oder beseitigt. Diese starke Zauberkraft ist auch der Grund, warum er außerhalb des Gebäudes Platz nehmen muss.

der heilmächtige Arhat Pindola

der heilmächtige Arhat Pindola

Beim Verlassen des Tempels werde ich von einer Schülergruppe interviewt und am Ende mit einem kleinen gefalteten Papierkranich belohnt. Die Zeit bis zur Rückfahrt nach Kyoto verbringe ich mit dem Genuß der Herbstfarben im Park des Tempels und einer anderen Gartenanlage.

Herbst in Nara

Herbst in Nara

Herbst in Nara

Herbst in Nara

Ich finde auch die Muße, mit einem 60 Jahre altem Objektiv der Firma Meyer Optik Görltz, für welches ich mir kürzlich einen Adapter Contax – Nikon besorgt habe, zu experimentieren. Das Trioplan 100mm/f 1:2.8 ist für seine herrlichen Unschärfekreise bekannt …

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… die mit Photoshop sicher auch, aber mit viel Mühe und natürlich weniger authentisch erzeugt werden könnten.

Nach einem Blick ins Teehaus …

2016_11_18_15_52_32_dsc_3113_1000… und auf eine typisch japanische Baustelle …

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… mit zugehörigem Sicherheitspersonal – Stichwort Lichtschwert –  geht es per Bahn …

Bahnhof Nara (Kintetsu Line)

Bahnhof Nara (Kintetsu Line)

zurück nach Kyoto, wo ich auf dem Weg in mein Gasthaus nochmal das alte Trioplan-Objektiv montiere – ein schönes Spielzeug.

nächtliches Kyoto durch das Trioplan

nächtliches Kyoto durch das Trioplan

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